Der Pokal hat seine eigene Gesetze, David gegen Goliath oder noch so manch andere Sprüche gibt es ja über Pokalbegegnungen. Dies sollte auch gestern im MKN Sportpark beim D-Jugend Pokalhalbfinale der Fall sein.

Von Beginn an übernahmen die Germanen gegen den SCU SZ II das Spielgeschehen, wir ließen geduldig den Ball laufen und versuchten, immer wieder spielerisch den Ball vor das Tor des Gegners zu bekommen. Da die Jungs des SCU jedoch aufopferungsvoll, vor allen in der Defensive, kämpften, sprangen gefühlt 10 Ecken in der ersten Halbzeit heraus. Diese kamen auch präzise, wir gewannen auch die Kopfballduelle, jedoch gingen diese immer neben das Tor. Nach einem schönen Spielzug gingen wir in der 21. Minute mit 1:0 in Führung. Diese währte jedoch nicht lange, denn nur 3 Minuten später konnten die Salzgitteraner nach einem kollektiven Abwehrfehler den Ausgleich erzielen.  Dies war dann auch der Halbzeitstand.

In der zweiten Halbzeit zogen sich die Gäste immer mehr zurück und beschränkten sich fast ausschließlich auf ihre Defensivarbeit, was sie zweifelsohne gut gemacht haben. Unsere Jungs versuchten, Lösungen dagegen zu finden. Doch oft spielten wir einfach zu ideenlos und die Bewegung ohne Ball fehlte in vielen Situationen. Je länger das Spiel dauerte, umso nervöser wurde meine Mannschaft. Die jungen Germanen sind mit der Favoritenrolle mental nicht mehr klar gekommen und wir haben zu kopflos gespielt. Klare fußballerische Lösungen konnten wir einfach auf dem Platz nicht mehr kreieren. Die Gäste brachten das 1:1 über die Zeit und so kam es zum 9 m Schießen. 

Nach diesem mental aufreibenden und intensiven Spiel waren die Jungs nicht mehr frei im Kopf und ich konnte es in der Kürze der Zeit zwischen Spielende und 9 m Schießen nicht mehr schaffen, ihren die Angst davor zu nehmen.  Ich ziehe den Hut vor den Jungs, die dann trotzdem Verantwortung für die Mannschaft übernommen haben, obwohl man auch ihnen anmerkte, dass ihnen nicht wohl dabei war. Leider war dann die Glücksgöttin Fortuna nicht auf der Seite der Germanen und wir verloren das 9 m Schießen. Glückwunsch an die Mannschaft des SCU SZ II, es war ein faires Spiel auf und neben den Rasen. 

Fazit: Wir haben gut begonnen und es jedoch in der ersten Halbzeit versäumt, den Sack zuzumachen. Am Ende hat es mental einfach nicht mehr gereicht und die Jungs sind mit der Favoritenrolle nicht klar gekommen. Bei aller verständlichen Enttäuschung war dieses Spiel aber wieder ein wichtiger Teil im Lernprozess für meine Jungs. Auch Enttäuschungen und schmerzhafte Niederlagen gehören zum Fußball hinzu. Ich habe einmal diesen Spruch gefunden: " Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen. Stark sein bedeutet, immer wieder auf zu stehen ". Und das werden die Jungs auch. Meine Mannschaft spielt eine tolle Saison, hat sich fußballerisch weiter entwickelt. Darauf war und bin ich mega Stolz !!!! Und dies ist das allerwichtigste im Jugendfußball.  Jetzt lecken wir uns sprichwörtlich 24 h die Wunden und werden dann mit Spaß und Freude am Donnerstag beim SUPER 8 Cup des BSC Acosta wieder schönen Fußball spielen.

Wir sind Germania.